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Samstag, 31. Oktober 2009

Allerheiligen/Allerseelen



Das, was nun für Allerheiligen und Allerseelen
geboten wird, ist manchmal außergewöhnlich schön.
So wie dieses Rosengesteck.
Das sind Gestecke, die nicht Null 8 Fünfzehn sind.


 

 

 
Als ich noch ein Volksschulkind der ersten Klasse war,
habe ich mich gewundert.
"Mama, warum brennen heute so rote Kerzen im Haus?"
"Das ist zum Gedenken an die Verstorbenen.
Oft sind die Gräber sehr weit weg."
......oder, wie bei meinem Großvater
Imre (Emmerich), einem waschechten Ungarn,


...der im ersten Weltkrieg bereits gefallen ist und
sein Kind, meine Mama, niemals gesehen hat.
Keiner weiß, wo er geblieben ist.
Deshalb hat meine Mutter das im Haus zelebriert.
Und für mich war es sehr beeindruckend.
Auch ihre Worte:
"Der Gedanke, wo begraben zu sein und niemand kommt
dann dorthin und gedenkt meiner, ist nicht schön."

Meine Mama im Jahre 1939 bei einem Ausflug in Wien.
Sie ist 1915 in Ungarn geboren und lebte dann
sehr lange Zeit in Preßburg.
Konnte ungarisch, slowakisch und deutsch (und das ohne Marika Röck-Akzent).
Die Marika gehörte zu ihren Lieblingsschauspielerinnen und
weil ihre Tochter Gabriele heißt,
wurde auch ich so benannt,
allerdings Gabriela.
Sie ist 1974 gestorben.
Im Familiengrab liegt sie neben meiner Schwester Gloria
 
aus der zweiten Ehe meines Vaters, die an einem Verkehrsunfall starb.
Und auch meine Teta (Tante) ist dort begraben in einer Urne.
Meine Oma, also die Mutter meiner Mutter, ist nach ihrer Tochter
in hohem Alter verstorben, aber in Preßburg begraben.


Zugleich denke ich auch an mein erstes Kind Maria,
das ich Ende der 24.Schwangerschaftswoche, nach einer Woche des Hoffens und Bangens
und streng Liegens trotzdem verloren habe,
aber lebend geboren habe.
Sie wurde rasch in Windeln gepackt, notgetauft und weggebracht.
Tagelang habe ich geweint und gefragt, was mit ihr geschieht.
Die Nonnen erklärten mir, sie würde zu Füßen eines Toten "mit"begraben.
(Was heutzutage wohl nicht mehr so ist)
Ich hatte Angst, das sie, so profan das klingen mag, in einem
Mistkübel landet.
Ich war noch so jung, knapp 18 Jahre alt, aber die Worte, ich könne noch genug
Kinder bekommen, waren kein Trost.
Denn das eine Kind, die Maria, können andere Kinder nicht ersetzen.
Jedes Kind für sich ist eine Kostbarkeit und
nicht austauschbar.
Und ich wüßte zugerne, wo sie begraben ist.

Das passierte ein Jahr nach dem Tod meiner Mutter, die auch Maria hieß
(das wußten die Klosterschwestern, die Maria die Nottaufe gaben, aber nicht, es war ein Marientag und deshalb benannten sie die Kleine so) im Februar 1975.
Eine seltsame Fügung, mir etwas unheimlich.
Aber mein Kind, das ich nie großwerden sah und das bald 35 Jahre alt gewesen wäre,
werde ich immer in meinem Herzen tragen und, ich gestehe es, es tut heute noch
sehr weh.

Die Eltern meines Vaters habe ich nie kennengelernt,
sie starben lange vor meiner Geburt.


Teta, meine Ziehmutter, offiziell war sie unser Kindermädchen.
Aber sie war mir immer mehr als das.


Ich habe Sedum gepflanzt, da dieses das ganze Jahr über
eine dankbare und dekorative Pflanze ist.
Gerade im Sommer komme ich fast nie zum Grab, da ich nicht im Ort bin.
Und diese Pflanze überlebt das und lebt vom Regen, der fällt.
Alle anderen Pflanzen haben da keine Chance.


Mein selbstgemachter Kranz ist sicher nicht so exquisit,
dafür persönlich.



 
Unvergessen.
~
Ja, das sind unsere Toten für uns.
Unsterblich, weil sie in unseren Herzen weiterleben.
Und, ich glaube daran, daß es ein Wiedersehen gibt.
Demnächst möchte ich Euch noch einige Friedhofimpressionen zeigen.
Schönen Samstag!
Lg Luna
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Samstag, 19. September 2009



Teta (auf Deutsch Tante)
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Sie war
einer meiner wichtigsten Lebensmenschen.
Ich habe Euch schon soviel erzählt von ihr und sie
wird sicher noch sehr oft in meinen Berichten vorkommen.
Sie war Jahrgang 1912, hatte als Kind noch den 1.Weltkrieg
erlebt.
Noch dazu war sie ein lediges Kind, was zu damaliger Zeit
ein Makel war. Trotzdem hat ihre Mutter geheiratet und der
neue Mann akzeptierte Teta voll(es gab dann noch eine Schwester,
welche inzwischen auch schon gestorben ist und Verwandte, wo eine
Nichte so aussieht wie meine Teta, ihre Tante. Ich habe Telefonkontakt
zu ihr, ich packte es bislang nicht , ihre Ähnlichkeit zu sehen.
So habe ich sie am Begräbnis von Teta vor einigen Jahren zum ersten und letzten
Mal gesehen. Sie wohnt auch etwas entfernter, ganz oben im Waldviertel.)

Oben, die Fotokarte, hat Teta ihrer über alles geliebten Mutter geschickt.
Später, als sie bereits im Pflegeheim war, hat sie nur von ihr gesprochen.
Ich finde diese Aufnahme so berührend, die Schönheit ihrer Jugend, die
Zeilen dazu.
Sie ist nach Budapest gegangen in den 30er Jahren, wo sie zuerst Krankenschwester
und dann Säuglingsschwester lernte.
Es war für sie damals eine Roßkur, sie hatte immenses Heimweh.
Auch wurde sie auf die Männerstation versetzt und kam damals zum ersten
Mal mit Männlichkeit und derben Sprüchen in Kontakt.
Sie sah auch die Syphilliskranken und die Keuschheit jener Zeit wurde dadurch
(nebst der Angst, selbst ein uneheliches Kind zu bekommen)bestärkt.

Ich werde sicher noch öfters von ihr erzählen, sie war für mich die Verbindung in
eine Zeit, die lange vor meiner lag.
Durch ihre Geschichten meinte ich oft, da selbst gelebt zu haben.
Meine Mutter (JG 1915) und sie hätten ja vom Alter her meine Großmütter sein
köännen.

Links oben in Italien mit mir (blau) und
meinem kleineren Bruder (gelb),
unten wieder mit uns (man beachte den Smoklook und die weißen
Kniestrümpfe, Anfang der 70er ein MUSS) und neben mir ihre
Schwägerin, rechts oben Anfang der 50er und unterhalb noch
in den 40ern.



Und dieses Foto unterhalb, das zeigt "ihren Blick",
etwas, das zu ihrer Persönlichkeit gehörte


Es gäbe ellenlang von ihr zu schreiben.
Werde ich auch sicher noch machen.
Oft habe ich mir gedacht, als sie noch lebte,
ich muß ihre Geschichten auf Casetten aufnehmenum
später ihre Geschichte zu schreiben.
Aber auch das hätte ich nicht derpackt, ihre Stimme
zu hören, deshalb ließ ich es.
Leider entfiel mir dadurch viel.
Aber es reicht, sie in den alten Filmen, die mein Vater
von uns gedreht hat, v.a. in den frühen 60er Jahren, zu
sehen, ebenso wie meine Mutter.

Warum ich das jetzt alles schreibe?
Rostrose Traude ihre Vatergeschichte hat mich sehr berührt.
Ich finde, so Lebensmenschen gehören einfach zu einem dazu,
sie haben einen geprägt und sind sehr wichtig.
Und da ich gestern mal wieder in meiner Wohnung war (ich lebe
ja sommers von März/April bis Okt./Nov. im Gartenhaus), habe ich mir die
Foto-CD mitgenommen, die anläßlich meines 50ers entstanden ist.
Werde hier sicher noch öfters was zeigen,
so wie auch das:


Uraltes Fotobuch, noch mit nur 8 Bundesländern, also
ohne das Burgenland.
Rechts unten meine Oma mütterlicherseits.
Oder sowas.....
 
Die Grimassenschneiderin bin ich....muß ein echter Clown gewesen
sein und mein Papa hat sooooviel von mir fotografiert.
Besonders in meinen Vorschulzeiten, ich habe stoßweise Fotos
und die Verwandtschaft auch...Von mir.
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Nicht mehr allein ist mein steinerner Bub (rechts), welchen ich im Frühling billiger
bekam, weil ihm die Zehen fehlen.
Gestern, in einem anderen Baumarkt, habe ich einen Bruder von ihm entdeckt (mit Zehen).
Scheinbar sind die beiden von einem Trio, das den Spruch "Nichts sehen, nichts hören, nichts sprechen"
verkörpert. Ergo, einer fehlt noch.
Mein Mann ist gerade wieder in einen anderen Baumarkt  unterwegs, klar, man vergaß ja wieder einige
Dinge...vielleicht entdeckt er Nummero drei.


Nebst ihm und anderen Dingen wie Bilderleisten (zwei meiner Ölbilder gehören dringend f.d.
Ausstellung gerahmt) hab ich noch 2 total ausgetrocknete Violas in gelb mitgenommen und 2x Heide.
Muß dann eh gehen und alles einsetzen....heute scheint die Sonne und es wird Zeit, daß auch meine
Hortensienstecklinge in die neuen großen Töpfe kommen, diie wir auch gekauft haben.


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Meine Herren....diese Stickerei wartet nun schon jahrelang auf Voll-
endung. Der Hund ist ja fertig, aber dann habe ich mir eingebildet,
rückwärts Bäume zu sticken, ohne Zählvorlage und mit immer schlechter
werdenden Augen keine einfache Sache.
So liegt das gute Stück.....
Dabei habe ich bereits 2 Hundepölster -auch schon jahrelang- fertig,
einer einer meiner Tanten geschenkt.


So könnte er nach Fertigstellung aussehen, nur halt in Gelb.....


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Da wir mit 2 Autos unterwegs waren, fuhr mein Mann voraus, einkaufen.
Ich habe derweil noch einige Dinge in der Wohnung erledigt.
So habe ich mich schnell geduscht (ist ja doch etwas bequemer als die
DUsche im Gartenhaus), und dann in meinen alten Fotos gekramt (s.o.)
und auch 3 meiner alten Tagebücher mitgenommen.
Mein Mann und ich sind am Montag 35 Jahre verheiratet.
Und morgen wollen wir mindestens essen gehen, vielleicht machen wir auch einen
Ausflug, mal sehen.
Die Tagebücher deshalb, weil da soviele frühe Gedichte von mir drinstehen.
Als ich dann zurückfuhr, habe ich den Sonnenuntergang am Weiher, an dem ich
vorbeikam, leider schon verpaßt. Zwar war das Wasser noch hellrosa gefärbt....


Es war 18 Uhr vorbei und ich staunte, daß da schon Nebel aufziehen.


Von der Ferne sah ich schon den Schwan (diesmal alleine)
herankommen.



 
Eigentlich wollte er nur wissen, ob ich Futter für ihn habe.
Er und seine Entenkollegen werden in dieser Hinsicht
sehr verwöhnt.



Von der Straßenseite her sieht man den Weiher von der "Machek-Seite",
wie man bei uns in Wien sagt, also von der anderen Seite her.


Hier erscheint der Wasserstand nicht so nieder
wie weiter vorne. Ganz am anderen Ende, da habe ich
vor ein paar Tagen fotografiert.



Der Herbst läßt sich nicht mehr verleugnen.
Auch die Hirsche röhren in der Umgebung schon,
was das Zeug hält, schauerlich.....







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Und zum Schluß eines meiner Gedichte.
Dieses ist vom 11.10.1973

Wie ein Zauber.........................

....................rosa Nebel,
blauer Satin, beschlagen mit gold'nen Nägeln,
die Stimme, die Dich ruft,
bunte Blumen voller Duft,
so warm und lind,
sind Luft und Wind,
glitzernde Sterne am Himmelszelt,
glückiche Stimmung, die jeder kennt,
klopfendes Herz, das erbebt,
ein Leben, welches entsteht,
Morgentau, der kristallen vom Baume fällt,
des Waldes wildes Rauschen,
und des Herbstes Feuer rauchen,
des Meeres kühles Tosen,
der Stoz der letzten Rosen,
der zarten Fresien Lieblichkeit,
und Träume fliehen - so weit,
schwere Musik, süße Geigen,
des Frühlings Blütenreigen,
Sonne, strahlend herunter lacht,
Papa Mond in der Nacht,
oh, ihr hohen Berge,
zu denen ich empor sehe,
Tod und Leben,
ewiges Kommen und Gehen....
Gott Vater mir den Wink gegeben
und zeigt mir diesen einen Menschen,
dem mein Herz muß gehören
und meine Sinne betören...............

....................................hüllen Dich ein,
wie ein Zauberreim -
dieses Glauben kann allein,
nur in Hoffnung die Liebe sein......................
11.10.1973
------->Dieses Gedicht habe ich als 17 jährige geschrieben. Knapp, bevor ich meinem Mann
                                 kennen- und liebengelernt habe.
----------------Schönen Tag Euch allen!